Gibt es Parallelen zwischen Epigenetik und Homöopathie?

Lange Zeit stand die DNA als Trägermolekül unserer Gene im Fokus der Forschung. Im Jahre 2000 wurde die Sequenz der menschlichen DNA entschlüsselt und man meinte, damit die Entstehung vieler Krankheiten besser verstehen zu können. Es gibt aber nur bei den klassischen Erbkrankheiten, beispielsweise der Cystischen Fibrose, eine direkte Korrelation zwischen Gen und Erkrankung.

Die Mehrzahl unserer Erkrankungen entsteht durch ein kompliziertes Wechselspiel von Genen und Umweltbedingungen, unsere Lebensweise ist dabei von großer Relevanz. Das moderne Forschungsfeld der Epigenetik erklärt diese Zusammenhänge: Gene werden ein- und ausgeschaltet, diese Schalterstellungen sind reversibel und werden von unserer Ernährung, exogenen Noxen und psychischen Belastungen beeinflußt.

Ebenso wichtig wie das Gen ist seine Regulierung, die wir gerade beginnen zu erforschen. Als ich mich mit diesem spannenden Gebiet der Epigenetik beschäftigte, las ich über die Ernährung von Großvätern in einer kleinen Gemeinde in Nordschweden, die die Gesundheit ihrer Enkel beeinflußte und über hungernde Mütter im kriegsgeplagten Holland 1944, deren Nachkommen in der zweiten Generation vermehrt an Diabetes litten. Alles bis dato nicht erklärbare Phänomene, die durch die Prägung unserer Gene pränatal und vor der Pubertät verständlich werden. Wir geben unsere Gene offensichtlich in einem bestimmten "Modus" weiter, der sich positiv oder negativ bei unseren Nachkommen auswirken kann.

Jetzt verstand ich plötzlich die in der Homöopathie beobachteten "Miasmen" viel besser. Können Miasmen auch Zustände bestimmter Gene sein, die unsere Vorfahren oder wir selbst erworben haben? Was geschieht, wenn nach Gabe eines hömoöpatischen Mittels ein miasmatisch geprägtes Symptom verschwindet? Wie werden Gene ein- und ausgeschaltet? Wir kennen Methylierungen an der DNA (durch Anlagerung bestimmter Moleküle kann das Ablesen eines Gens blockiert werden) und Histonveränderungen (Veränderungen der Verpackung der DNA mit bestimmten Proteinen). Gibt es neben dieser materiellen Ebene auch eine energetische Ebene der Genregulierung?

Diese Fragen möchte ich gerne weiter verfolgen!